QUALITÄTSINDIKATOREN SONDERPÄDAGOGISCHER FÖRDERUNG
Kindergarten Jahrelange Ländervergleiche in den westlichen Industriestaaten zeigen übereinstimmende förderliche Faktoren für die positive Entwicklung von Kindern. Zum Beispiel decken sich in den USA entwickelte Kriterien (Harms & Clifford 1997) mit den Ansichten der Prozessqualitäten der EU oder WHO (Tietze, Schuster u.a. 2005).
Folgende Basiselemente für den Entwicklungsprozess werden von Expertinnen und -experten aus dem vorschulischen Bereich als wichtig erachtet: - alters- und entwicklungsadäquate Betreuung unter Aufsicht von Erwachsenen, sichere Spielsachen, Ausstattungen und Möbel; - gesundheitsfördernde Erziehung, bei der die Kinder die Möglichkeit zur Bewegung und zum Ausruhen haben, die Sauberkeits- und Hygieneerziehung gewährleistet ist und bei der auch ihre Ernährungsbedürfnisse erfüllt werden; - geeignete Entwicklungsanregungen, bei denen die Kinder die Möglichkeit zum Spielen und Lernen in unterschiedlichen Bereichen wie Sprache, Kunst, Musik, Rollenspiele, Fein- und Grobmotorik, vorschulischem
Rechnen und Sachkundeunterricht haben; - positive Interaktionen mit Erwachsenen, in die die Kinder Vertrauen haben und von denen sie auf vielfältige Weise lernen können; - Unterstützung des individuellen emotionalen Wachstums, das den Kindern erlaubt, unabhängig und selbstbestimmt, sicher und kompetent zu lernen und die - Förderung der Beziehungen zu anderen Kindern, die den Kindern erlaubt mit anderen Gleichaltrigen in einer unterstützenden Umgebung und unter der Führung von Erwachsenen zu interagieren.
Kinder mit besonderen Bedürfnissen werden dann speziell gefördert, wenn die Erzieher/innen das Ausmaß der Bedürfnisse abschätzen (Physiotherapie, Sprachtherapie, etc.) und notwendige Modifikationen bei der Ausstattung, dem pädagogischem Programm und der Tagesplanung vornehmen.
Quelle: Harms, Clifford: "Early Childhood Environment Rating Scale". Luchterhand. Neuwied 1997 Tietze, Schuster u.a.: Die Kindergarten-Skala (KES) Feststellung und Unterstützung pädagogischer Qualität im Kindergarten. Wienheim und Basel 2005
Pflichtschulen Sowohl die Evaluation der Schulversuche in der Grundschule und der Sekundarstufe I (Hauptschule, Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schule) in Österreich, die Ergebnisse des jüngsten nationalen Forschungsprojekts „Qualität in der Sonderpädagogik“ (QSP) als auch internationale Forschungsergebnisse beschreiben folgende förderliche Rahmenbedingungen für die integrative Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf:)
- ausgewogene Klassenzusammensetzung (kein Auffangbecken für schwierige Schüler/innen, nicht mehr als 25-30% Kinder mit SPF) und eine angemessene Klassenschülerhöchstzahl - rechtzeitige Vorbereitung der Lehrer/innen, Teambildung - gemeinsame Planung des Unterrichts im Team - gleichberechtigte/r Sonderschullehrer/in für eine möglichst durchgehende Doppelbesetzung - offene Lernformen, alternative Beurteilungsformen - Unterstützung durch Eltern, Direktoren/innen und Schulaufsicht - Unterstützung durch Supervision und fachliche Beratung am Standort - entsprechende Fort- und Ausbildungsangebote
Bereits 1994 wurde in der Salamanca Konferenz festgestellt, dass die angemessene Vorbereitung aller Mitarbeiter/innen im Erziehungsbereich der Schlüsselfaktor für Fortschritte bei der Schaffung von Schulen ohne Ausgrenzung ist (siehe „Inclusion International“ und Salamanca Declaration). Der integrative Unterricht stellt daher an alle Lehrer/innen neue soziale, emotionale und fachliche Anforderungen die hier in Kürze nach Feyerer & Fragner 2000, zusammengefasst sind:
- innere Differenzierung einer äußerst heterogenen Schüler/innengruppe mittels Individualisierung des Lernangebots - offene, projektorientierte und schüler/innenzentrierte Unterrichtsformen - Verwendung und Herstellung neuer Lernmaterialien - prozessorientierte Förderdiagnostik und Anwendung von individuellen Entwicklungsplänen - alternative Formen der Beurteilung, welche den individuellen Lernfortschritt und die individuellen Lernbedingungen wertneutral festhalten - enge Zusammenarbeit im Team - sich auf die Handlung der jeweils anderen Teampartnerin oder des Partners einstellen - gemeinsame Vor- und Nachbesprechungen des Unterrichtsgeschehens -Reflexion und Anpassung der eigenen Werte, Einstellungen und Handlungsmuster - vermehrte Elternarbeit durch verstärkte Einbeziehung der Eltern in den schulischen Prozess - interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Sprachheil-, Betreuungslehrer/innen, Therapeut/innen etc. - Eigenständige und laufende Fortbildung mittels Erfahrungsaustausch und Literaturstudium
Quellen: Inclusion international (Hrsg.): "Auf dem Weg zur Schule ohne Ausgrenzung". Ein Überblick zum Thema Erziehung ohne Ausgrenzung in sechs Ausgaben von „getting there“ im Lichte der Salamanca Declaration und des Aktionsrahmens der UNESCO , Nr. 3, 4-6, 1998
Feyerer Ewald, Moser Irene: "EU Impulse zur Qualitätsverbesserung der inklusiven Pädagogik", in: Kirstin Eckstein, Josef Thonhauser (Hrsg): Einblicke in Prozesse der Forschung und Entwicklung im Bildungsbereich, S.95 –110. Innsbruck 2002)
Feyerer Ewald, Fragner Josef: "Lehrer-Bildung als entscheidender Faktor für das Gelingen der schulischen Integration", in : Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft, 17.Jg. Heft 1, S 25-50, Linz 2000)
Niedermair Claudia: "Zur Pragmatik der Vision einer Schule für alle. Integrative Unterrichtsgestaltung im Spiegel von Theorie und Alltagspraxis am Beispiel der ersten Hauptschulintegrationsklassen in Vorarlberg". Innsbruck. März 2002. Download in Deutsch unter: http://bidok.uibk.ac.at/library/niedermair-schule1-3.html
Specht Werner, Groß- Pirchegger Lisa, Seel Andrea, Stanzel- Tischler Elisabeth, Wohlhart David: "Qualität in der Sonderpädagogik. Ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt", bmbwk Wien und Graz 2006. Download in deutscher und englischer Sprache unter: http://qsp.or.at/index_a.html Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt Weiterführende Informationen über geeignete Maßnahmen zum Übergang Schule – Beruf und für die Integration von Jugendlichen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt können in den Publikationen des bm:ukk, den entsprechenden Broschüren der European Agency unter der Rubrik „Empfehlungen“ sowie auf der Seite des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz nachgelesen werden:
www.cisonline.at/nahtstelle-schuleberuf.html.
www.european-agency.org/publications/agency_publications/ereports/downloads/transition_ger.doc#_Toc28160784
www.bmsk.gv.at
ÜBERGANG VON SCHULE IN DEN ARBEITSMARKT
Weiterführende Informationen über geeignete Maßnahmen zum Übergang Schule – Beruf und für die Integration von Jugendlichen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt können in den Publikationen des bm:ukk, den entsprechenden Broschüren der European Agency unter der Rubrik „Empfehlungen“ sowie auf der Seite des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz nachgelesen werden:
www.cisonline.at/nahtstelle-schuleberuf.html.
www.european-agency.org/publications/agency_publications/ereports/downloads/transition_ger.doc#_Toc28160784
www.bmsk.gv.at |