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ENTWICKLUNG VON INTEGRATION / INKLUSION

Die Integration von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bildungsbedürfnissen in die Regelschule gewinnt in der Schweiz an Bedeutung. Die meisten Kantone, häufig auch Gemeinden, haben Konzepte, Regelungen und Richtlinien entwickelt und bieten nun entsprechende Angebote an. Auf nationalem Niveau empfiehlt das Bundesgesetz über die Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen den Kantonen, Integration zu fördern (s. 1. Recht / 1b).
Das Bundesgesetz über die Invalidenversicherung und die Finanzierung über die Invalidenversicherung, die 1960 eingeführt wurde, unterstützte segregative Angebote stärker als integrative, indem sie z.B. mehr finanzielle Unterstützung an Lernende in spezialisierten Institutionen auszahlt (s. 1. Recht / 1c und 2. Finanzierung). Dieses System wurde bereits modifiziert, um Integration zu ermöglichen. Trotzdem bleibt es ein Hindernis auf dem Weg zur Inklusion. Der im Jahre 2007 erwartete Wandel von nationaler zu kantonaler Verantwortung wird möglicherweise am Finanzierungsniveau sonderpädagogischer Angebote rütteln, ist aber gleichzeitig eine Chance, Integration zu fördern. Die Kantone erhalten mehr Flexibilität, Schulmodelle zu entwickeln, die ihrer demographischer und geographischer Struktur entsprechen. Folglich werden sie mehr integrative Formen der besonderen Schulung entwickeln.

Heute sind Kinder mit weniger schweren besonderen Bildungsbedürfnissen – Lernende der so genannten «Sonderklassen» – häufiger integriert als Kinder mit schwereren besonderen Bildungsbedürfnissen. Lernende mit Lernschwierigkeiten sind häufiger integriert als solche mit Verhaltensschwierigkeiten. Die Integration von Lernenden aus Sonderschulen ist noch immer selten, aber ständig im Zunehmen. Ähnlich wie in anderen Ländern mit eher segregativen Schulsystemen wächst der Druck seitens der Eltern für mehr Integration und Inklusion.

Im Allgemeinen haben weniger dicht besiedelte Gebiete (z.B. der Kanton Wallis) mehr integrative und inklusive Angebote als grössere Städte. Eine andere Besonderheit ist der Kanton Tessin (italienisch sprechende Schweiz). Der Tessin folgte zu einem bestimmten Ausmass dem italienischen Modell der Integration mit «Sostegno pedagoico». Dieses Modell beinhaltet die Unterstützung für Lehrpersonen und Lernende in der Regelschule und bewirkte, dass Lernende mit weniger schweren besonderen Bildungsbedürfnissen nicht segregiert unterrichtet werden.
 

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  page last updated on: 15 July 2005